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Was ich aus der aufsuchenden Energieberatung gelernt habe

In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit, als einer von vier Energieberatern an der 2. Kampagne der aufsuchenden Energieberatung der Stadt Bad Nauheim mitzuwirken.

Was ist die aufsuchende Energieberatung?

In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit, als einer von vier Energieberatern an der 2. Kampagne der aufsuchenden Energieberatung der Stadt Bad Nauheim mitzuwirken. Ziel dieser Initiative ist es, Bürgerinnen und Bürger direkt vor Ort individuell und niedrigschwellig zu Fragen rund um Energieeffizienz, Sanierung und Fördermöglichkeiten zu beraten – und das kostenfrei.

Gefördert wird diese Maßnahme durch die LandesEnergieAgentur Hessen. Die Stadt Bad Nauheim geht dabei in Vorleistung: Sie organisiert die Kampagne, koordiniert die Anfragen und übernimmt die Abrechnung mit den Energieberatern, die für jede durchgeführte Beratung einen festen Honorarsatz erhalten.

Insgesamt sind 100 Beratungen vorgesehen, die über einen Zeitraum von zehn Wochen – vom 22. März bis zum 30. Mai 2025 – durchgeführt werden. Da wir im Team zu viert arbeiten, kann theoretisch jeder Energieberater bis zu 25 Vor-Ort-Beratungen übernehmen. Die Interessierten melden sich über ein Online-Portal oder telefonisch bei der Stadt Bad Nauheim. Diese sammelt die Kontaktdaten und gibt sie an uns Energieberater weiter, sodass wir individuell Termine vereinbaren können.

Flyer Stadt Bad Nauheim zur aufsuchenden Energieberatung

Gestartet wurde die Kampagne mit einer Auftaktveranstaltung im Rahmen des Bad Nauheimer Klimafrühlings: Matthias Wieliki stellte das Projekt offiziell vor, gefolgt von einem Impulsvortrag des Energieberaters Armin Eckert, der den Nutzen und die Herangehensweise der aufsuchenden Beratung praxisnah erläuterte.

Die Vor-Ort-Beratungen dauern in der Regel etwa eine Stunde – je nach Fragestellung auch etwas länger. Der persönliche Austausch steht dabei im Vordergrund, und jede Beratung wird durch ein standardisiertes Protokoll dokumentiert, das direkt vor Ort gemeinsam mit den Ratsuchenden ausgefüllt wird. Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden per E-Mail das vollständige Protokoll sowie begleitendes Infomaterial der LandesEnergieAgentur Hessen.

So entsteht eine fundierte Orientierungsgrundlage für weitere energetische Maßnahmen – individuell, praxisnah und unabhängig.

Was Eigentümer wirklich wissen wollen?

Die aufsuchende Energieberatung bringt einen Vorteil, den keine Hotline, kein YouTube-Video und kein Förderflyer bieten kann: Man sieht das Haus, wie es ist – und man spricht mit den Menschen, wie sie sind. Viele der Ratsuchenden hatten konkrete Fragen zur Planung einer neuen Heiztechnik, insbesondere zur Umstellung auf eine Wärmepumpe. Dabei zeigte sich: Die Menschen wollen verstehen, was sie haben, was sie brauchen und was sich lohnt.

Die Häuser, die ich besucht habe, stammten mehrheitlich aus den 1950er bis 1990er Jahren, aber auch Altbauten aus den 1920er Jahren oder Neubauten mit Anbau waren dabei. Selten war ein Haus vollständig saniert. Viel häufiger gab es einzelne Modernisierungen: Fenster teils neu, Heizung ausgetauscht, aber Dach, Rohrleitungen oder Kellerdecke noch im Ursprungszustand. Gerade in solchen „halb sanierten“ Gebäuden war die Verunsicherung groß: Was muss ich als Nächstes tun? Muss alles auf einmal passieren? Wie sinnvoll ist eine Wärmepumpe bei ungedämmten Leitungen oder ohne Luftdichtheitsebene?

Zentrale Fragen waren: „Wie kann ich eine Wärmepumpe effizient betreiben?“ und „Brauche ich dafür eine Fußbodenheizung?“. Auch typische Mythen waren Gesprächsstoff: „Wenn ich neue Fenster einbaue, bekomme ich Schimmel.“ oder „Wände müssen atmen“. Besonders aufschlussreich war der Fall eines Hauses mit frisch erneuerter Fassade, leider ohne Dämmung. Warum? Weil der Handwerker abgeraten hatte. Ohne technische Prüfung, einfach aus Bauchgefühl. Hier konnte ich aufklären und einordnen. Grundsätzlich gilt: Sanierungen machen immer dann besonders Sinn, wenn Bauteile ohnehin erneuert werden müssen. Und genau dann sollte man sich auch energetisch beraten lassen. Die Regeln – und vor allem die Förderungen – ändern sich ständig. Genau da kommen wir Energieberater ins Spiel.

Auffallend war auch, dass viele Eigentümer sehr offen mitgedacht haben. Viele wollten nicht einfach nur einen Sanierungsvorschlag, sondern einen realistischen Fahrplan. Manchmal stand die Frage im Raum, ob man eine Wand innen oder außen dämmen sollte, ob eine Luft-Luft-Wärmepumpe genügt oder ob zusätzlich Photovoltaik und ein Speicher eingeplant werden könnten. In einem Fall war bereits eine Wärmepumpe vorhanden, aber falsch dimensioniert – eine klassische Folge, wenn Technik und Gebäude nicht zusammenpassen.

Die Gespräche verliefen nicht selten entlang der typischen Fragen:

  • Welche Maßnahmen sind förderfähig?
  • Welche Reihenfolge ist sinnvoll?
  • Wann lohnt sich was wirtschaftlich?

Aber auch ganz praktische Details kamen zur Sprache:

  • „Reicht der Platz für den Speicher?“
  • „Was mache ich mit der Rohrleitung, die durch den unbeheizten Keller geht?“
  • „Wie kann ich Photovoltaik auch bei Verschattung nutzen?“

Was die Gebäude mir gezeigt haben?

Es ist etwas anderes, Daten aus einem Energieausweis zu lesen, als tatsächlich in den Keller zu gehen, die ungedämmten Heizungsrohre zu sehen oder die blanken Ziegel im Dach anzuschauen. Manche Dächer waren mit Rollisol gedämmt (alukaschierter Dämmwolle aus den 80ern), aber ohne Luftdichtheit. An anderen Stellen fehlten Dämmschalen für Heizungsventile oder die oberste Geschossdecke war gar nicht gedämmt. Besonders häufig fehlte die Rohrleitungsdämmung im Keller, selbst bei neueren Heizungen. Einige Häuser hatten gute Fenster, aber alte Rollladenkästen, die regelrecht kalte Luftkanäle bildeten.

Immer wieder fiel auf: Die einzelnen Bauteile sind oft gar nicht so schlecht, aber es fehlt die Verbindung. Ein gutes Fenster bringt wenig, wenn die Wand daneben nicht gedämmt ist. Eine moderne Heizung verpufft energetisch, wenn die oberste Geschossdecke offen liegt. Und eine gut gemeinte Dachdämmung ohne luftdichte Ausführung führt im schlimmsten Fall zu Bauschäden statt zu Einsparungen.

In manchen Gesprächen zeigte sich auch, dass Menschen schon Sanierungsschritte gemacht haben, ohne sich bewusst zu sein, dass noch kleine Details fehlen, um das Ganze wirklich effizient zu machen. Und genau da liegt der Mehrwert dieser Beratungen: Die Lücken sichtbar machen, aber auch aufzeigen, wie man mit vertretbarem Aufwand sinnvolle Effekte erzielen kann.

Mein Fazit: Energieberatung beginnt mit Zuhören.

Was ich aus dieser Beratungsrunde mitnehme? Vor allem, dass Zuhören wichtiger ist als Technik. Wer zu Hause auf dem Sofa sitzt und sich mit seinen Fragen nicht ernst genommen fühlt, wird keine Lust auf Sanierung haben. Aber wer merkt, dass da jemand kommt, der nicht verkaufen will, sondern ehrlich helfen – der fängt an nachzudenken.

Ich habe viele positive Rückmeldungen erhalten. Dankbare Interessierte, die immer etwas für sich und ihre Immobilie mitnehmen konnten. Auch ich habe dabei viel gelernt: Wo haken die Menschen ein, was bewegt sie, was brauchen sie wirklich? Es war eine intensive Zeit, denn das Terminieren, Fahren und Beraten war mit viel Aufwand verbunden. Finanziell gibt es sicherlich lukrativere Projekte. Aber das war nicht der Punkt.

Würde ich es wieder machen? Ja. Weil es um Aufklärung geht. Um Wissen, das hilft. Um Sicherheit im Dschungel aus Halbwissen, Mythen und Förderwirrwarr. Ich hoffe, dass es bald eine ähnliche Kampagne auch in meiner Region geben wird. Ich bin bereit.

Beratungsgespräch mit Kunden

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Wir gestalten die Beratung nach deinen Bedürfnissen.

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Durch meine Expertise als Energie-Effizienz-Experte helfe ich Gebäudeeigentümer:innen, ihre Immobilie nachhaltig zu modernisieren und deren Wert langfristig zu sichern.

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